Begriffe von P bis TPegelminderung siehe → Lärmbekämpfungsmaßnahmen, → Schalldämpfer, → Schallabsorber, → Schallschirm.
Resonanzschalldämpfer Beim Resonanzschalldämpfer wird vor das → Absorptionsmaterial eine schwingungsfähige Folie oder dünnes Blech angebracht. Die Folie bzw. das Blech wirken im Zusammenhang mit dem → Absorptionsmaterial als schwingungsfähiges Gebilde mit einer ausgeprägten Resonanzfrequenz. Der Vorteil dieser Schalldämpfer besteht in ihrer Verschmutzungsunempfindlichkeit, andererseits sind sie nur in dem schmalen Resonanzfrequenzbereich wirksam und werden vorzugsweise zur Bedämpfung von tiefen Frequenzen als Ergänzung zu reinen → Absorptionsschalldämpfern verwendet. Relaxationsschalldämpfer Der Relaxationsschalldämpfer ist eine spezielle Art des → Absorptionsschalldämpfers, bei dem ein zeitlich verzögerter Ausgleichsvorgang zwischen den schwingenden Medienmolekülen in einem Kanal ausgenutzt wird. Hierbei wird ein Volumenelement an den Kanal durch einen Strömungswiderstand angekoppelt. Infolge der Reibung der Moleküle beim Durchtritt in das Volumenelement wird die Schallenergie im Medium verringert. Relaxationsschalldämpfer werden hauptsächlich zur Bedämpfung tiefer Frequenzen eingesetzt. Schallabsorber Als Schallabsorber bezeichnet man eine Gruppe diverser schallabsorbierender Bauelemente, die speziell zur Verringerung von Schallreflexionen an schallharten Bauteilen (Beton, große Fensterflächen, Mauerwerk etc.) industriell hergestellt werden. Je nach Anforderung (Ästhetik, Frequenzverhalten) können Schallabsorber für den industriellen Einsatz aus speziellen Mineralwolleplatten bestehen, die zum Schutz gegen Oberflächenabrieb mit Glasvlies oder Glasseide und Lochblech abgedeckt sind. Für eher ästhetische Anforderungen können gelochte Platten aus Holz oder hochwertigen Kunststoffen als Abdeckung verwendet werden. Die häufigste Form der Schallabsorber besteht aus ebenem plattenförmigem Material. Für offene Deckenbereiche kommen auch dreidimensional geformte Körper (walzenförmig, dreieckig) zum Einsatz. Eine spezielle Rolle der Schallabsorber spielen gelochte Folien bzw. doppelte Folien, die auch in durchscheinender Form hergestellt werden können. In speziellen Fällen (z.B. Tonstudios) werden zur Absorption von bestimmten meist tiefen Frequenzen Plattenschwinger oder Resonatoren eingesetzt, deren Resonanzverhalten auf die zu absorbierenden Frequenzen abgestimmt wird. Schallabsorptionsgrad Der Schallabsorptionsgrad α (auch Absorptionsgrad) bezeichnet das Verhältnis des Anteils der absorbierten Schallintensität beim Auftreffen einer Schallwelle auf eine Oberfläche zum reflektierten Anteil der Schallintensität (bei Vernachlässigung des von der Oberfläche durchgelassenen Schallanteils). Wichtige Größen für den Absorptionsgrad sind die längenspezifische Strömungsresistenz, der Strukturfaktor und die Porosität. Zur Definition dieser Größen sei hier auf die Fachliteratur hingewiesen. Weiterhin spielen die Dicke und der Abstand zu reflektierenden Flächen eine Rolle in Bezug auf die Frequenzabhängigkeit des Absorptionsgrades. Der Absorptionsgrad wird zur Lärmbekämpfung durch spezielle → Schallabsorber erhöht. Schalldämmung siehe → Luftschalldämmung Schalldämmmaß Das Schalldämmmaß R [dB] ist der zahlenmäßige Ausdruck für die → Luftschalldämmmung von Bauteilen ohne Berücksichtigung von → Nebenwegen bzw. → Flankenwegübertragung. Schalldämpfer Schalldämpfer sind Schallschutzeinrichtungen, bei denen lärmbeaufschlagten Medien (Gase) bei ihrem Transport durch Leitungen oder Öffnungen die Schallenergie entzogen wird und die Medien beim Weitertransport oder beim Ausströmen in die Umgebung lärmberuhigt werden (s.a. VDI 2567). Schalldämpfer werden in unterschiedlichsten Anwendungsbereichen als z.B. → Abgasschalldämpfer, → Entspannungsschalldämpfer oder Lüftungsschalldämpfer in lufttechnischen Anlagen eingesetzt. Schalldämpfung siehe → Luftschalldämpfung Schalldruckpegel Der Schalldruckpegel L ist der auf einen Bezugsschalldruck p0 = 2 x 10 -5 Pa bezogene dekadische Logarithmus des gemessenen Schalldrucks p gemäß der Definitionsgleichung L = 10 x log p/p0 [dB]. Der Bezugsschallpegel entspricht etwa der Gehörschwelle des menschlichen Gehörs bei einer Frequenz von 1000 Hz. Der Schalldruckpegel einer Schallquelle hängt von folgenden Faktoren ab: - Entfernung zwischen Schallquelle und Messort
- Ausbreitungsbedingungen (Ausbreitung im Freien oder in Räumen, Hindernisse zwischen Schallquelle und Messort, Schallreflexionen in der Nähe der Schallquelle)
- Art der Schallabstrahlung (kugelförmig bzw. ausgeprägte Richtcharakteristik)
- Form der Schallquelle ( punktförmig, linienförmig, flächenförmig)
Aus diesem Grund ist die Angabe des Schalldruckpegels keine charakteristische Größe für die Schallquelle ohne Kenntnis der Messbedingungen.Weiterhin ist für die Interpretation des Schalldruckpegels die Angabe der → Bewertung für die Auswertung von Schalldruckpegelmessungen wesentlich. Schallfeld Das Schallfeld bezeichnet die Art der Schallausbreitung in die Umgebung. In Räumen spielen die Raumgröße, die Raumgeometrie sowie die Lage und Größe schallabsorbierender Flächen infolge der Schallreflexionen an den Raumbegrenzungsflächen eine Rolle bei der Ausbildung des Schallfeldes. In annähernd kubischen Räumen mit schallharten Raumbegrenzungsflächen bildet sich außerhalb des → Grenzradius ein diffuses Schallfeld aus, bei dem die Energiedichte im Schallfeld konstant ist. Im Gegensatz zum diffusen Schallfeld nimmt im idealen Freifeld die Energiedichte entsprechend den geometrischen Bedingungen stetig ab. Bei einer Punktschallquelle nimmt der Schalldruckpegel im idealen Freifeld um je 6 dB bei Abstandsverdopplung ab. Für den häufigen Fall der Verteilung unterschiedlicher Schallquellen in Industriehallen mit gegenüber der Länge bzw. Breite geringer Hallenhöhe (sog. Flachräume) lässt sich die Schallausbreitung nach der Flachraumtheorie annähernd berechnen und die Schallpegelabnahme mit der Entfernung in Abhängigkeit von ggf. unterschiedlichen Absorptionsgraden der Raumbegrenzungsflächen abschätzen. Als Direktschallfeld bezeichnet man das Schallfeld in der Nähe einer Schallquelle, bei dem der Anteil des Reflexionsschalls keinen oder nur einen geringen Einfluss besitzt. Schallleistungspegel Die Schallleistung ist ein Maß für die von einer Schallquelle abgegebene Schallleistung W als dekadischer Logarithmus bezogen auf die Bezugsschallleistung von W0 = 10–12 Watt gemäß Lw = 10 x log W / W0. Der Schallleistungspegel ist eine von den Umgebungsbedingungen unabhängige Größe und somit charakteristisch für die Schallquelle. Die Schallleistung kann nicht direkt gemessen werden, sondern nur über den Umweg über eine Schalldruckpegelmessung und die dazugehörige Messfläche unter Beachtung der Ausbreitungsbedingungen. Bei S = 1 m² stimmen Schalldruckpegel und Schallleistungspegel zahlenmäßig überein. Wie beim → Schalldruckpegel ist beim Schallleistungspegel ebenfalls die Angabe der → Bewertung erforderlich. Schallpegelmesser Schallpegelmesser sind Messgeräte zur Erfassung von → Schalldruckpegeln. Die Schallpegelmesser sind in 4 Genauigkeitsklassen eingeteilt. Einfache Geräte erfassen nur den momentanen Schalldruckpegel, ggf. mit → Bewertung, professionelle Geräte können Oktav- und/oder Terzpegel gleichzeitig erfassen und speichern. Des Weiteren besitzen sie die Möglichkeit der Frequenz- und Zeitbewertung (siehe → Bewertung von Schallpegeln). Schallpegelminderung siehe → Lärmbekämpfungsmaßnahmen, → Schalldämpfer, → Schallabsorber, → Schallschirm. Schallschirm Der Einsatz von Schallschirmen (auch als Abschirmwände bezeichnet) wird zur Lärmbekämpfung sowohl bei Lärmquellen in Gebäuden (Industriehallen) als auch im Freien genutzt. Dabei wird die Tatsache genutzt, dass der direkte Schallweg zwischen Schallquelle und Empfänger durch Hindernisse verlängert wird. Somit wird die natürliche Verringerung der Schallenergiedichte ausgenutzt. Schallschirme in Industriehallen bestehen aus ein- oder beidseitig schallabsorbierenden, ggf. verschieb- oder verfahrbaren Abschirmwänden, die die Schallquelle teilweise umschließen. Um Reflexionen an der Gebäudedecke durch die oben offenen Abschirmwände in die Hallenumgebung zu mindern, werden über solchen Abschirmungen zusätzlich im Deckenbereich Schallabsorber angebracht. Im Freien werden Abschirmwände meist zur Verkehrslärmbekämpfung an Straßen oder Schienenwegen eingesetzt. Neben der rein geometrisch bedingten Verlängerung des Schallweges ist jedoch zu beachten, dass durch Beugung der Schallwellen an der Schirmkante die Wirkung der Schallschirme frequenzabhängig ist (Bemessungsangaben sind in VDI 2720 zu finden). Schallschutzmaßnahmen siehe → Lärmbekämpfungsmaßnahmen Schallschutzkabinen Im Gegensatz zu Schallschutzkapseln, bei denen die Lärmquelle eingehaust wird, um die Lärmausbreitung nach zum Schutz des Menschen nach außen zu verringern, sind Schallschutzkabinen schallschützende Einrichtungen, in denen der Mensch durch von außen eindringenden Lärm geschützt wird. Beispiel hierfür sind z.B. Leitstände in Kraftwerksanlagen oder Gießereien. Schallschutzkapseln Zur Verringerung der Schallausbreitung zu Arbeitsplätzen oder in die Umgebung werden Schallschutzkapseln verwendet. Diese umschließen die Lärmquelle möglichst dicht am Entstehungsort und sind daher eine besonders wirksame Schallschutzmaßnahme. Für die optimale Auslegung einer Schallschutzkapsel ist die Kenntnis des → oktavbewerteten → Schallleistungspegels oder des oktavbewerteten → Schalldruckpegels erforderlich. Dieser ist vom Hersteller der Lärmquelle in der Dokumentation zur Verfügung zu stellen. Je nach erforderlicher → Einfügungsdämmung ist der Aufbau der Bauteilelemente (Wände, Türen, Flügel-, Hub-, Schiebetore, Decke, Bedienklappen, Sichtfenster, ggf. Schallschleusen zur Materialzufuhr oder mit Fußboden) festzulegen. Schallschutzkapseln werden in der Regel nach den jeweiligen fertigungstechnischen und akustischen Erfordernissen sowie den zur Verfügung stehenden Platzverhältnissen gefertigt. Da Schallschutzkapseln in der Regel innen mit schallabsorbierendem Material ausgekleidet sind, das gleichzeitig wärmeisolierend wirkt, ist häufig eine Zwangsbelüftung zur Abfuhr der von der Lärmquelle erzeugten Wärme erforderlich. Die hierzu erforderlichen Zu- und Abluftöffnungen in der Kapseloberfläche sind schalltechnisch mit Schalldämpfern zu versehen, die ebenfalls den von der Zwangslüftung erzeugten Schall bedämpft. Zu beachten ist ebenfalls, dass die Kapsel nur den abgestrahlten Luftschall dämpft. Häufig wird durch die Schallquelle der Fußboden angeregt. Zur Vermeidung der Körperschallübertragung auf die Kapselelemente und der damit verbundenen Gefahr der Schallabstrahlung von den Kapselelementen sind geeignete Maßnahmen der Körperschallisolierung erforderlich. Schallschutzwand siehe → Schallschirm Terz In der Schalltechnik das Frequenzverhältnis zweier Frequenzen im Verhältnis von 1:1,26. Die Terz entspricht einer Drittel Oktave (siehe → Oktavpegel). Schallpegelmessungen im Terzbereich werden zur Ausfilterung störender Einzelfrequenzen bei Lärmquellen benötigt, um bei der Ermittlung des → Beurteilungspegels über Zuschläge der Tonhaltigkeit KT zu entscheiden. Terzpegel siehe → Terz Trittschalldämmung Die Trittschalldämmung bzw. das Trittschalldämmmaß ist ein nach VDI 4109 festgelegtes Maß der Bauakustik für die Dämmung von Geräuschen, die durch Anregung von Decken bzw. Fußböden bei der üblichen Raumnutzung in Gebäuden auftreten. |